Projekt Beschreibung

Kommentar ccb : „Its a stearn paddlers boat” laut Charlie Wilson. Aber das ist längst nicht alles!

Kanutest in Ontario

Dieses Jahr steht bei meinem Besuch in Ontario neben dem ebenfalls neuen Swift Prospector 15, besonders ein Kanu im Mittelpunkt: der Swift Keewaydin 16. Meine Erwartungen sind hoch, denn ich kenne die Eigenschaften des Keewaydin17, der in Leichtlauf, Wendigkeit und Soloeignung Maßstäbe setzt. Das erwarte ich jetzt, in einem handlichen Paket.
Erich, ein „alter“ Paddelkolege und ich üb ernehmen das Kanu in der Hauptniederlassung von Swiftcanoe in Gravenhurst, werden freundlich empfangen, das Boot auf den Leihwagen geladen. Für unseren Test stellt Swift einen Keewaydin 16, Kevlar Fusion, Carbon/Kevlar-Trim ( Integrierter Süllrand ) in killarney green zur Verfügung. Auch das gewünschte Kniejoch fehlt nicht.

Fahreigenschaften Solobetrieb:

Beim Einsteigen fühlt sich das Kanu recht vertrauenerweckend, wenig kippelig an. Schnell finde ich eine gute Sitzposition, leicht gekantet zur Paddelseite. Das fällt leichter, als in allen anderen Kanus, bei denen deutlich mehr Kanu auf der gegenüberliegenden Seite überbleibt, als hier. Nach einigen Paddelschlägen fällt auf: das läuft dank schlanker und für einen 16er langen Wasserlinie angenehm flott, schon mit wenig Krafteinsatz. Bei Bedarf wird das Teil richtig schnell. Stärkeres Aufkanten: geht stufenlos fein und bis zum Süllrand bleibt alles im grünen Bereich. Beim ersten Axle wird klar: das Kanu verliert nur langsam an Geschwindigkeit, lässt sich lang um die Kurve ziehen, stufenlos einstellbar sozusagen je nach Neigung und Paddeleinsatz. Diese Neutralität gibt Vertrauen: ein Wedge, gekantet bis nahe dem Süllrand folgt – ohne Folgen, außer einer gut kontrollierten Kurve. 180° ohne den abschließenden Bogenschlag sind problemlos zu fahren. Irgendwie kommt mir das entgegen: Ein Kanu, das nicht dreht als wäre das sein Endzweck, das geführt werden will, dabei Fahrt beibehält und dessen Heck lang in der Spur bleibt.
Fahreigenschaften Tadem:
Mit zwei erwachsenen Paddlern und etwas Tagesgepäck ist der Keewaydin 16 gut beladen. Wieder fällt sofort auf, wie leicht das Kanu läuft, sensationell geradezu wie lang das kleine Boot die Fahrt beibehält. Wir testen Kurvenfahrt mit und ohne Aufzukanten, schließlich den Outside Lean und sind begeistert von der Neutralität und feinen Dosierbarkeit ohne jede Kapriziertheit. Alles geht geschmeidig und leicht vom Paddel.
Über das Kentern kann ich nichts schreiben, wir hatten einfach keine Lust dazu den limitierenden Faktor, die Süllrandhöhe zu ignorieren und das Kanu brachial zu Kentern.

Moving Water:
Der Keewaydin 16 ist ein Kanu, primär fürs Flachwasser. Mit Kielsprung, aber mit relativ langer Wasserlinie und flach geschnitten ist er auf Wanderflüssen gut eingesetzt, für Wildwasser aber nicht gedacht. Unsere Erfahrung beschränkt sich da auf Moving Water. Wie erwartet: keine besonderen Eigenheiten, Kehrwasser ein und Ausfahren – problemlos, wie gelernt.
Nach dem Oxtongue Lake und – River fahren wir nach Killarney, Paddeln zwei Tage im Kanuparadies der Inselwelt östlich und westlich der keinen Ortschaft, aber auch auf dem offenem Wasser der Georgean Bay. Das Kanu macht richtig Laune, beim Umrunden der kleinen Inseln, beim Spielen das Ufer entlang, bei einer kurzen Portage sowieso und sogar beim Streckemachen fühlen wir uns aufgrund des unerwartet guten Gleitvermögens mit dem 16er bestens gerüstet.

Offenes Wasser, Thema Wind und Wellen:

Beim Verlassen der geschützten Inselwelt Richtung offenes Wasser sind sofort Wind und Wellen das Hauptthema. Gut beladen, ist der Einfluß des Windes nachrangig. Dank Kielsprung, lassen sich Kurskorrekturen leicht und schnell erledigen. Die Wellen, deren Höhe und Steilheit setzen die Grenzen. Verführerisch easy und gut kontrollierbar läuft das Boot, aber irgendwann müssen wir einsehen, dass ein offenes Kanu mit 16“ Länge Grenzen findet – wir werden die äußeren Fox Island nicht erreichen, müssen umkehren. Wenden wird zur Konzentrationsübung, vor dem Wind und mit den Wellen ist dann flot te Fahrt mit deutlichen Surfeffekten wieder eine vergnügliche und leicht zu kontrollierende Übung.
Mit Mattawa, Kipawa, oder Winisk, die mit ausschließlich Flare für diese Situation designd wurden, hätten wir mehr Sicherheit gehabt, oder hätte gerade diese Tatsache zu mehr Leichtsinn geführt? Mit Prospektoren, egal welcher Länge, vermute ich, wäre das Thema Wind viel früher in den Mittelpunkt gerückt.

Fazit:
Der Keewydin 16 ist ein in jeder Beziehung feines Tourenkanu, mit feinen Fahreigenschaften. Für mich die beste Antwort auf die Frage nach einem leichten, nicht zu großem Tandem, das auch Solo eine richtig gute Figur macht.

Keewaydin_16

Design: David Yost
Länge 488,0 cm
Breite Süllrand 81,25 cm
Breite max. 88,90 cm
Breite Wasserlinie 81,25 cm
Höhe Bug 50,80 cm
Höhe Mitte 33,02 cm
Höhe Heck 43,18 cm
Kielsprung vorn 5,08 cm
Kielsprung hinten 3,18cm
Zuladung opt    136-261
Zuladung max    431kg
Gewicht 21,32- 15,42kg

Sommersiesta