

Nachlese - kleine Spätherbstrunde
Heinz und ich sind unzufrieden: Anfang Dezember, 0°C unter der Nebeldecke und kein Schnee. Die Lösung
ist schnell gefunden: wir treffen uns, zu einer “kleine Solorunde” am Packer Stausee in 870m Seehöhe. Ich
komme zu spät, aber Heinz ist wegen einer Sperre der Autobahn noch später dran. Im Kanu merke ich, dass
der Wind stark auffrischt, so leite ich Heinz per Telefon um, in eine Bucht, die offensichtlich windstill ist.
Wenig später ist meinen Freund am Ufer und als ich näherkomme sehe ich den Grund, warum sein Boot
noch am Autodach ist: die Bucht hat bereits eine Eisschicht! Nach kurzer Prüfung suche ich einen Weg zum
Ufer und tatsächlich ist es kein Problem, einen kleinen Kanal als Zugang zum freien Wasser zu öffnen.
Als wir endlich das wichtigste bequatscht haben und sich ein angenehmer Paddelrhythmus einstellt, hat die
Dämmerung bereits eingesetzt. Über dem Bergrücken im Osten ist ein scheinbar übernatürlich großer
Vollmond aufgestiegen. Wir paddeln immer am Ufer entlang, dann den zweiten Zufluß erforschen, ... Der
Wind hat sich mit der Dämmerung gelegt und da keiner vom Umkehren spricht, fahren wir die gesamte Runde.
Schließlich ist es Nacht, der Vollmond liefert Licht und Schatten. Aus der kleinen Runde ist eine echte
Genusstour geworden. Das einzige Geräusch kommt von unseren Paddeln, geheimnisvoll schwarz ist der
Wald, tief das Wasser, aber glitzernd spiegelt sich das Mondlicht auf an der Oberfläche.
Wer “MOMENTE” wie diesen sammelt, erlebt sie meist wenn nicht alles ideal nach Plan abläuft, wenn man
dem Zufall eine Chance gibt.
10 Tage später ruft mich Heinz an und fragt ob ich weiß, wie es mit dem Eis am Stausee aussieht. Wir
bezweifeln, dass der See noch eisfrei ist, und außerdem, - Heinz im O-ton: “...ist derzeit nicht Vollmond!”
Fazit: Heinz braucht zum Winterpaddeln neben Wasser, Boot, Paddel und Sicherheitsbekleidung,
offensichtlich Nacht und VOLLMOND!
Ps. Vorsatz für 2007: Zum Paddeln vorsorglich immer eine Zehe Knoblauch mitführen!